Bitte um Beteiligung an einer kurzen Studie

In einem meiner Seminare an der Uni Osnabrück stellte sich einer meiner Studenten die Frage, ob man noch zwischen Sample-basierten oder konventionell aufgenommen Orchesterstücken unterscheiden könne. Jan hat dazu eine kleine Studie entwickelt, ich bitte um Teilnahme:

Die benötigte Sounddatei bitte unter >> diesem Link << runterladen:

und dann die Umfrage >> hier << starten.

UPDATE: Die Studie ist mittlerweile beendet, demnächst gibt es hier ein paar Ergebnisse.

Danke!

Begleitinfo:

Diese kleine Umfrage soll untersuchen, ob mit der “Vienna Symphonic Library” am Computer erstellte Tonbeispiele noch von “echten” Orchesteraufnahmen unterschieden werden können. Die Bearbeitung dauert nur etwa 6 bis 8 Minuten.
Der Fragebogen soll ausgefüllt werden während die per Email verschickte .mp3-Datei abgespielt wird.
Die Tondatei darf bitte nicht zurückgespult werden. Anhalten zwischen den Hörbeispielen ist hingegen – wenn nötig – erlaubt.
Um einen möglichst guten Klangeindruck zu erreichen, sollen (nach Möglichkeit) gute Lautsprecher oder Kopfhörer in ausreichender Lautstärke benutzt werden und es soll auf eine ruhige Umgebung geachtet werden.
Schon jetzt herzlichen Dank für Ihre Teilnahme und viel Spaß beim Musikhören!

(Selbst)Beobachtungen der Vienna Symphonic Library

Die Frage, was genau ein virtuelles Instrument ist, bzw. ob das Instrument überhaupt als virtuell gedacht werden kann, beschäftigt mich schon eine ganze Weile. Es ist die Frage nach der Verortung des Musikinstruments in Zeiten digitaler Virtualität. Wenn es nach der Musikinstrumentenindustrie geht, scheint die Frage klar – wie etwa die Kategorie “Virtuelle Instrumente und Sampler” im Online-Store eines großen Versandes für Instrumente zeigt. Software kann hiernach als Instrument gesehen werden, und wenn nicht, ist es möglicherweise der Computer oder das Interface in Kombination mit der Software – aber darum geht es diesmal nicht.

Auf der Homepage der VSL, einer renommierten Library virtueller Sampling-Instrumente, gibt es eine Sparte zur “Instrumentenkunde“. Mit umfangreichen Informationen zu Geschichte, Aufbau und Tonumfang verschiedenster Musikinstrumente ist dort ein kleines Instrumenten-Lexikon entstanden. Der Computer und virtuelle Instrumente allerdings fehlen hier – neben den elektronischen und elektroakustischen Instrumenten. Das kennt man natürlich aus den Musik-Fachbereichen der Universitäten oder dem Musikunterricht an Schulen (wo es meist bei einem Verweis auf elektrophone Instrumente bleibt), es fällt im Grunde zunächst nicht einmal mehr sonderlich auf. Was ich allerdings doch bemerkenswert finde, ist der Umstand, dass in diesem Fall ein Hersteller von Software-Instrumenten seine eigenen Produkte und den Computer als Werkzeug, der sie erzeugt, aus den eigenen Beobachtungen herauskürzt. Offenbar stellt VSL keine Musikinstrumente her.

Oder eben doch – und dieser Gedanke führt auf die Spur der Simulation. Es gibt im Softwarebereich mehrere Möglichkeiten, traditionelle Instrumente (respektive deren Klang!) zu simulieren, und die des Samplings ist diejenige, die VSL mit am besten beherrscht. Meine Vermutung ist hier, dass die simulierende Software eben nicht als Software wahrgenommen “werden will”, sondern als Verweis auf etwas (das Instrument) und gleichsam hinter diese Referenz zurücktritt. Das Neue des Neuen Mediums verschwindet mal wieder hinter der vielgestaltigen Metaphorizität (Tholen), die es ermöglicht.