BCF2000 – Faderboxing

Ich hatte ja in einem Artikel über die BCF 2000 die kleine Installation “Faderboxing” von Tobias Reber erwähnt, die ich mal auf einem Symposium in Bern gesehen hatte.

Tobias Reber: Faderboxing

Mittlerweile bin ich bei Twitter auf Tobias Reber gestoßen und er war so freundlich, mir ein Bild der Installation zuzuschicken (ist leider etwas verwackelt, aber es ist trotzdem zu erkennen, dass es darum geht, die Kiste über die Motorfader zu einem “Outerface” zu machen).

Sein Album “Backup Aura” ist übrigens gerade draußen: lohnt sich.

Virtuelle vs. “echte” Fader

Irgendwann gibt es einen Nachfolger zum BCF2000 (USB Mischpult-Controller für diverse Musiksoftware), aber damit der Werbetext als eindrucksvolles Beispiel der Derealisierungsangst nicht verloren geht, möchte ich ihn hier zitieren. Dabei soll nicht der Eindruck entstehen, ich würde mich hier über das Gerät lustig machen – ich benutze es seit geraumer Zeit immer mal wieder gern. Mit seinen Motorfadern ist es als Schnittstelle zwischen virtueller und “physikalischer” Welt ein Ein- und Ausgabegerät zugleich – in Prä-Touchscreen Zeiten bei musikalischen Interfaces nicht unbedingt die Regel.

Die umwerfende B-CONTROL-Serie vereint die schier grenzenlose Vielseitigkeit von Audio Software mit dem Gefühl, das nur echte Regler und Fader vermitteln können. Sie bekommen endlich die Möglichkeit, mit Hilfe von echten Fadern und Reglern Programme wie z. B. Cubase®, Cakewalk® und Logic Audio® zu steuern. Von nun an kann am Computer intuitiv Musik gemacht und produziert werden – und nicht mehr abstrakt. http://www.thomann.de/de/behringer_bcf_2000.htm, Zugriff am 13.3.2010

Hier wird zweimal implizit der Dualismus virtuell (Software)/echt angesprochen, als gäbe es eine (medienexterne) Realität, auf die mit Fingern gezeigt werden könnte. Natürlich soll mit einem solchen Text ein Produkt verkauft werden, und das machen die Texter mit ihren Schein/Sein, oder Bild/Wirklichkeit Dualismen schon ganz gut so. Ontologie in der Werbung – das wäre doch mal ein Thema für eine Diss. Anybody?

P.S. Leider habe ich seinerzeit keine Bilder von Tobias Rebers Installation: “Faderboxing – Solo für erweiterte Faderbox” gemacht, die er im Rahmen des Symposiums “Klang ohne Körper” an der HdK Bern gezeigt hat. Hier diente das BCF2000 als “Outerface”, das mit seinen motorisierten Fadern Musik machte. Vielleicht kann ich das irgendwie nachreichen.