Jetzt erschienen: Festschrift Prof. Bernd Enders

Ich hatte die Ehre, die Festschrift für meinen Doktorvater Bernd Enders herausgeben zu dürfen. Jetzt ist der Band bei epOS erschienen.

epos

Bense, Arne / Gieseking, Martin / Müßgens, Bernhard:
Musik im Spektrum technologischer Entwicklungen und Neuer Medien
Festschrift für Bernd Enders
epOs-Music, Osnabrück 2015, 672 Seiten
ISBN 978-3-940255-60-0 (Buch)
ISBN 978-3-940255-61-7 (CD-ROM)

Hardcover, zahlreiche Abbildungen, viele in Farbe, Notenbeispiele, Tabellen, Publikationsliste und Vitae.

Die Festschrift für Prof. Dr. phil. habil. Bernd Enders, den bedeutenden Pionier und Wegbereiter musiktechnologischer Entwicklung und musikwissenschaftlicher Forschung, umfasst nahezu vierzig Texte von Kolleginnen und Kollegen, ehemaligen Studierenden, Doktoranden und Habilitanden des Jubilars.

Der Klassensatz Synthesizer

Abstract zum call for papers für den Ausstellungskatalog zu WHEELS.CIRCUITS.LOOPS, eine geplante Sonderausstellung im Musikinstrumenten-Museum Berlin.

„Ja, hallo, ich möchte einen Klassensatz Synthesizer bestellen“

Musikdidaktische Überlegungen zu elektronischen Instrumenten

Die Elektrifizierung der Musikinstrumente war weniger ein Zeichen kulturindustrieller Zurichtung des Instrumentenbaus, sie lässt sich vielmehr auch als Desiderat von Komponisten zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts festmachen. Edgar Varèse bemerkt 1922: „Was wir wollen, ist ein Instrument, das uns einen kontinuierlichen Ton auf jeder beliebigen Tonhöhe geben kann. Der Komponist und der Elektroingenieur müssen gemeinsam auf dieses Ziel hinarbeiten […]“[1] Die klanglichen und spielerischen Möglichkeiten des spätromantischen Orchesterapparats, so lässt sich hier bei Varèse herauslesen, waren ausgereizt, neue Technik versprach neue Formen der Klangerzeugung und Klangsteuerung, neue Musik. Mit der Elektrifizierung der Instrumente lässt man fortan nicht mehr die Seite oder das Fell, sondern den Oszillator schwingen und hat wortwörtlich die Hände frei zur klanglichen Gestaltung: Die Gegenstände ästhetischer Rationalisierung des Klangs entstehen: verschiedene Syntheseformen, Filter, LFOs, Ringmodulatoren, kurz: der Baukasten des Modulsynthesizers.

Eine an Spielanweisungen (Noten) orientierte Musikwelt, die im Wesentlichen den Körper des Instrumentalisten für die Tonerzeugung und den Dirigenten für die Klanggestaltung vorgesehen hatte, stand und steht diesem Paradigmenwechsel – pauschalisierend festgestellt – ratlos bis feindselig gegenüber. Zumal in Folge nicht nur kontinuierliche Töne erzeugt wurden, sondern mit Sequenzern und Samplern ästhetische Strategien einer Reproduktionsmusik (Rolf Großmann) entstanden, die anhand vorgefertigter musikalischer Makros (Bernd Enders) ganze musikalische Passagen von Noten oder gespeicherten Klängen spielbar machten. Dieses Moment der Irritation galt und gilt auch für die Musikdidaktik. Sie ist weiter daran orientiert, den SchülerInnen eine Musikwelt nahe zu bringen, die sie als bedrohte Hochkultur versteht. Populäre Musik gilt nach wie vor als weitgehend „un-unterrichtbar“, wobei sich langsam auch Bandklassen entwickeln und zu Pop- und Rockmusikdidaktik Forschungsprojekte entstehen: Eine voraussagbare Entwicklung, denn wie schon beim Jazz kann man auch an diesen Instrumenten – immer noch romantischen Idealen verhaftet – Virtuosität, wahres „Können“, zeigen. Zur Akzeptanz dieser Musik ist letztlich und vom heutigen Standpunkt aus kein Paradigmenwechsel nötig.

Längst jedoch ist die Musik der SchülerInnen eine Musik in Medien und mit Medien geworden. Die aktuellen Charts führen DJs und Producer an, deren Akzeptanz durch die Musikwissenschaft und so letztlich auch durch die Musikdidaktik weiter entfernt ist als die von Pop- und Rockmusik, denn sie bricht mit traditionellen Instrumenten- und Interpretenbildern. Einige wenige musikdidaktische Konzepte bestehen, in denen sich Ansätze für eine mögliche Integration von Sound und technikkulturellen Phänomenen zeigen.[2] Wenn Musikunterricht zu kultureller Teilhabe befähigen soll, muss dies vornehmliche Aufgabe musikdidaktischer Forschung werden.

[1] Zitiert nach Mundigl, J. O. (1975). Musik aus Strom. Eine Einführung in die elektronische Musik. London: EMS London.

[2] Etwa das Konzept der Gestaltung ästhetischer Erfahrungsräume von Christian Rolle.

Logbuch Netzpolitik #150 live auf dem #CCCamp15

Auf dem Chaos Communication Camp 2015 gab es eine Jubiläums-Live-Folge des Podcasts “Logbuch Netzpolitik” mit Linus Neumann und Tim Pritlove. Fiona Krakenbürger und ich haben ein musikalisches Intro gestaltet – eine Akustik-Version von “Cyber Cyber”, der Hymne zur Digitalen Agenda.

http://logbuch-netzpolitik.de/lnp150-kampf-in-der-fuenften-dimension

Podcast-Projekt »Resonanzen«

In diesem Semester gebe ich an der Universität Osnabrück ein (Praxis-) Seminar über Podcasting & Musik. Ich habe mir etwas Webspace beim Rechenzentrum organisiert, ein WordPress-CMS mit dem Plugin Podlove Podcast Publisher aufgesetzt (eine Kombination, die bewährt ist und die ich nur empfehlen kann) und so den Podcast »Resonanzen« ins Leben gerufen. Die erste Folge wurde von mir gestaltet, ich habe mit Christian Grothe über Kunstkopfmikrofonie gesprochen und bin darüber hinaus sehr gespannt, was die Studierenden für Episoden beisteuern werden.

headless #2

https://www.resonanzen.uni-osnabrueck.de/2015/06/res001-kunstkopfmikrofonie/